Kapitel 4: Alptraum oder Wirklichkeit

Kapitel 4: Alptraum oder Wirklichkeit

Wieso war es auf einmal so hell? Eben war es doch noch Nacht, oder etwa nicht? fragte Oliver sich. Das Licht war gleißend grell und drang durch die Ritzen der alten Holztür, die nach draußen führte. Es war so stark wie das Sonnenlicht. Nein eigentlich noch viel kräftiger, aber bei weitem nicht so heiß. Jedenfalls kam es ihm so vor, denn er spürte keine Wärme. Es wirkte eher wie kühles, geheimnisvolles Sternenlicht. Klar und deutlich aber eben ohne die geringste Wärmezufuhr. Oliver richtete sich von seinem Schlafplatz auf und starrte gebannt auf das helle Licht. Ihm fröstelte es ein wenig und im Nacken sowie an den Armen richteten sich die dünnen Härchen wie eine Armee von kleinen Soldaten auf. Sein Körper kribbelte und ihm war nicht ganz wohl bei dieser Situation. Oliver stand nun vollständig auf und blickte auf das helle Sternenlicht.

„Was ist das?“, fragte er sich verwundert. Oliver war sichtlich irritiert. Nicht nur über die Situation. Nein auch über seinen Zustand wunderte er sich. Hatte er wirklich was gesagt? Die Überlegung verunsicherte ihn. Ja er konnte nicht mal sagen, ob er die Stimme wirklich gehört hatte oder ob sie nur in seinem Kopf existierte. Alles wirkte so surreal. Mit zusammengekniffenen Augen stand er immer noch mitten im Raum, mit dem Blick zur Tür. Neugierig wollte er die Füße vorwärts bewegen, doch es fiel im unsagbar schwer. So, als ob an seinen Füßen schwere große Felsen befestigt waren, die ihn festhielten und zu Boden drückten. Der junge Bauer überlegte, was er tun sollte. Er hatte Angst. Ohne Zweifel hatte er das. Aber irgendwie war er auch neugierig. Was befand sich hinter der Tür? Was war dort draußen? Die Neugierde war eine starke Empfindung, die in der Natur des Menschen lag. Bei dem einen mehr ausgeprägt als bei jenem anderen. Und bei ihm war die Neugierde so stark, dass er sämtliche Warnsignale ignorierte. Oder waren es gar keine warnenden Signale? War das Licht etwas Gutes?

Oliver musste unbedingt wissen, was das alles zu bedeuten hatten. Er musste die Tür erreichen und nachschauen was sich dahinter befand.

Sein Blick viel nach unten auf seine nackten Füße und er versuchte währenddessen sich vorwärts zu bewegen. Doch so sehr er sich anstrengte, er kam dem Licht einfach nicht näher.  Seine Füße bewegten sich nicht vorwärts. Was für ein ungewöhnlicher Zustand. Er richtete seinen Blick wieder nach vorne. Die Luft schmeckte merkwürdig salzig. Wieder versuchte er seinen kalten, nackten Fuß zu bewegen, als er urplötzlich den Halt verlor. Sein Körper schwang nach hinten und er blieb in der Waagerechten liegen. Sein Körper schien für einen Moment merkwürdig leicht zu sein, wie eine Feder. Er blickte nach oben und sah das Dach des Hauses. Er hob den Kopf nach vorne und sah seine nackten Füße, wie sie in der Luft schwebten. Ihm wurde ein wenig schlecht. Das Licht schien noch etwas heller zu werden. Oliver musste zur Tür. Aber wie? Angestrengt wirbelte er mit den Armen, um seinen Körper in die Senkrechte zu bewegen. Wie ein Mann der gerade am Ertrinken war strampelte er mit den Armen und schaffte es sich etwas aufzurichten. Sein Blick viel nach links, wo er den Stützbalken erspähte. Oliver streckte den Arm aus und versucht das Holz zu greifen. Mit großer Kraftanstrengung bekam er das Holz zu fassen. Langsam zog er sich zum Holzbalken und hielt sich daran fest.  Ungeahnte Hitze umfing seinen Körper doch sie kam nicht von außen, nein sie schien aus seinem Inneren geboren. Oliver versuchte sich vom Balken abzustoßen um in Richtung der Tür zu kommen. Aber irgendetwas hielt ihn fest. Er kam keinen Meter vorwärts.

„Lasst mich los…“, befahl er der unsichtbaren Macht. Es war eindeutig seine Stimme die er da hörte, aber sie klang so fern und so fremd. Beinahe wie das von einem Kind.

„Welche bösen Geister waren hier am Werk?“ er fürchtete sich mehr denn je. Sein Blick wanderte umher. Wo war seine Familie? Mit Schrecken stellte er fest völlig auf sich allein gestellt zu sein.

So sehr er sich auch der Situation entziehen wollte, es gelang ihm einfach nicht. Wieder wollte er zur Tür gelangen. Ohne Erfolg. Etwas zerrte immer noch an ihm und versuchte ihn regelrecht von der Tür wegzuschieben. Ein geheimnisvoller Schatten, welcher sein Gesicht nicht zeigte und lieber im Verborgenen blieb? – Oliver wusste es nicht. Aus einem Reflex heraus wand er seinen Kopf in die andere Richtung und sah in den Raum vor sich. Er war ihm vertraut, die Holzdielen die Schatten im Dunkeln, das herunter gebrannte Feuer. Es bestand kein Zweifel, es war sein Zuhause.

„Aber warum war er wach? Und wo waren die anderen?“, fragte er sich. Ein kratzendes Geräusch lenkte seinen Blick erneut zum Licht und zu seinem Entsetzen erkannte er, dass sich die Tür noch weiter entfernt hatte und Oliver schien wie durch einen Tunnel das Licht zu bannen. Vor Angst krampfte ihm der Magen, dennoch musste er wissen, was  hinter der Tür auf ihn lauerte. Dieser Traum würde ihn sonst für immer verfolgen, denn ohne Zweifel war es ein Traum, welcher ihn in diesem Moment heimsuchte. Oder täuschte er sich da? Mit aller Kraft, den sein müder Geist aufbringen konnte, konzentrierte er sich auf das unheimlich weiße Licht. Langsam rückte es wieder näher. Mit der Anstrengung nahm die innere Hitze erneut zu und die Angst steigerte sich langsam zur unkontrollierten Panik. Obwohl er sich am Holzbalken festhielt, bewegte er sich in die Richtung der Tür. Wie war das nur möglich? Es war beinahe so, als ob das ganze Gebäude in Bewegung war. Nur er nicht.

Oliver hörte undefinierbare Geräusche. Unmenschliche fremde Laute, die er zuvor noch nie gehört hatte. Das Feuer wurde immer heißer und es drohte ihn zu verbrennen.

„Konnte man im Traum sterben?“.  Auf einmal kippte er nach vorn, sodass er mit dem Kopf voran auf die Tür zugeflogen kam. Ihm wurde erneut kurzfristig schlecht durch die schnelle Drehung. Oliver glaubte zu spüren, wie seine Finger das Holz der Tür ertasteten, doch sein Blick trübte sich und alle Sinne waren überspannt. Es drohte ihn zu zerreissen.

„Arrrrghhh…“.  schließlich sprang die Tür auf und er blickte in das helle Licht. Es blendete ihn so stark, dass er seine Hand schützend vor die Augen halten musste. Eigentlich müsste er den Wald vor sich sehen, aber das Licht war so stark, dass er die Umgebung nicht erkennen konnte. Seine Augen gewöhnten sich nur langsam an das Licht und er konnte sie ein wenig mehr öffnen.

„Da war doch jemand“? Oliver blickte genau hin und erkannte eine kleine schemenhafte Gestalt. Sie war die Ursache der Lichtquelle Er konnte keine direkt Konturen erkennen, aber es war schon irgendwie eine menschengleiche Gestalt. Nur ohne Gesicht. Das Wesen sprach mit ihm. Die Stimme war in seinem Kopf und er hörte die Worte erst sehr undeutlich. Es war immer dasselbe Flüstern, was wiederholte wurde. Es war immer und immer wieder dieselbe Botschaft, die nur aus zwei Worten bestand. Es klang merkwürdig. So, als ob mehrere Kinder in der gleichen Stimmlage mit ihm sprachen. Obwohl er nur eine Person ausmachte. Die Stimmen überlagerten sich und Oliver hörte genau hin. Dann verstand er die Botschaft klar und deutlich.

„WACH AUF“

Oliver riss die Augen auf.

            „Was?“, sagte er. Plötzlich erlosch das Licht. Er war in völlige Dunkelheit getaucht. Mit einem Ruck wurde er zurückgezogen. Dann hörte er das Knallen der Eingangstüre, die zugeschlagen wurde. Krachend fiel er auf den Boden und…

„Nein…“ hörte er die schmerzvoll verzerrte Stimme in seinem Kopf. Er hatte geträumt. Seine Sinne sammelten sich etwas und kurz darauf vernahm er ein scheußliches Gurgeln und Schmatzen. Oliver riss panisch die Augen auf und starrte geschockt ins Halbdunkel. Seine Atmung war schnell und unregelmäßig. Sein Herz pochte wie verrückt und er atmete einmal tief ein. Ein ungewöhnlicher Nebel lag auf seinen Augen und er konnte nicht richtig sehen. Immer wieder machte er die Augen auf und zu, bis der Nebel endlich verschwand. Ein unheimliches Pfeifen erklang in seinem Kopf und wurde immer lauter. Kalter Schweiß klebte  an seinem ganzen Körper und das Stroh kratzte an manchen Stellen. Seine Decke fehlte und ihm war kalt. Das unerträgliche Schmatzen wurde immer lauter und klang nicht mehr so fern, wie es eben noch der Fall war. Von draußen hörte er Tumult und er war sichtlich in Sorge.

In diesem Moment war er sich hundertprozentig bewusst, sich nicht mehr in seinem Traum zu befinden, sondern in der Realität. Von einer Sekunde auf die andere war alles erschreckend wirklichkeitsnah geworden. Er wagte es zunächst nicht, sich zu rühren. Er blieb still auf dem Rücken liegen und holte noch einmal tief Luft. Irgendetwas Fremdartiges war im Haus. Etwas Unheimliches, Geheimnisvolles und er spürte die Bösartigkeit, die ihn umgab. Sein Puls schnellte nochmal in die Höhe und auf einmal war er richtig wach. Tief atmend und voll von böser Vorahnung griff er vorsichtig nach rechts, wo eigentlich Wilhelm liegen sollte, doch die Finger griffen ins Leere. Vor Schreck stockte ihm der Atem und er zuckte kurz zusammen. Vorsichtig und sehr zaghaft tastete er über das Stroh. Plötzlich spürte Oliver etwas, was er im ersten Moment nicht zuordnen konnte. Seine Fingerkuppen fühlte etwas feuchtes und klebriges. Er drehte seinen Kopf langsam zur Seite und versuchte etwas zu erkennen, doch es gelang ihm nicht. Es war einfach zu dunkel dafür. Seine Atmung beschleunigte sich wieder etwas, von der Panik angetrieben.

Seine Füße waren kalt wie Eis und schmerzten. Und trotzdem konnte er den kühlen Luftzug von draußen spüren.

            „Warum ist die Haustür offen?“, fragte er sich. Oliver meinte etwas vor der Haustür vorbei huschen gesehen zu haben. Die Panik wurde noch größer und es wurde nicht besser, da die Geräusche im Haus nicht verstummten.

Seine Augen füllten sich mit Tränen, wider aller Vernunft wand er den Kopf in die Richtung aus dem der Hall an sein Ohr drang. Blankes Entsetzen paralysierte ihn, denn er sah schemenhaft einen Schatten vor sich. Nicht so wie eben im Traum, er war viel realistischer. Die Gestalt hockte mit dem Rücken zu ihm gedreht in der Nähe des Feuers und schien gebannt auf eine Stelle zu achten. Eigentlich wollte er nicht weiter denken, als er das zusammengesackte Bündel unter den Schatten erkannte. Wollte nicht wissen wer oder was da lag und doch arbeitete sein Verstand gnadenlos weiter und versuchte rationale Erklärungen zu finden. Schließlich ließen seine Gedanken nur noch einen Entschluss zu. Es konnte nur seine geliebte Mutter sein, die dort lag! Die Vorahnung wurde beim zweiten Blick schließlich zur Gewissheit.

„Warum tat keiner was?“ Oliver war wie gelähmt. Ihm wurde Speiübel als er weiter nachdachte. Von draußen hörte er jetzt Kampfgeräusche. Jedenfalls meinte er, dass es welche waren. Wieder blickte er auf das Wesen vor ihm.

„Was war das für ein Ding?“ Wie eine Windmühle raste sein Verstand weiter.

„War es ein Wolf? Nein es schien auf zwei Beinen zu laufen. War es ein sich aufbäumender Bär? Nein zu klein und woher kam dieser würgende süße Geruch?“ Ihm schossen so viele Fragen durch den Kopf, so dass dieser völlig überlastet  war. Oliver ballte die Fäuste und versuchte verzweifelt die Panik nieder zu kämpfen, die weiter in ihm aufstieg.

„Was tat dieses Wesen da genau?“ Und mit einem Schlag wurde ihm alles klar. Es tötete seine Mutter, verging sich an allem, was er liebte. Mit aller Wut die er aufbieten konnte, suchte er nach einer Lösung ihr zu helfen. Zufällig tastete er nach einem Stück Feuerholz, welches unmittelbar neben ihm lag. Dann packte er es und sprang sogleich mit Angst und aufgestauter Wut auf. Rasch wurde ihm schwindlig und Oliver sank sogleich zurück auf das Strohlager. Mit den Nerven war der junge Mann vollkommen am Ende. Seine Beine zitterten wie bei einem Erdbeben. Das fremde Wesen bekam von alldem nichts mit.

„Was war nur los mit ihm? Er wurde jetzt gebraucht und durfte nicht versagen. Die Angst übermannte ihn erneut. Er schaute sich kurz um und erspäht die Leiche von seinem Vater, die blutüberströmt auf dem Boden lag. Die Glieder abnormal verdreht. Oliver ließ einen Laut des Entsetzens folgen und weitete die Augen. Gleich drauf merkte er, dass es ein Fehler war einen Laut von sich zu geben. Langsam richtete Oliver sich erneut auf. Der Schatten schien ihn jetzt bemerkt zu haben und hielt kurz inne, ließ von seinem Opfer ab und hob langsam den Kopf. Wie ein Tier fing es an zur schnüffeln und zu lauschen. Oliver ahnte, dass dieser Dämon sich auf die Geräusche, die er verursachte, konzentrierte. Wie in Zeitlupe richtete es sich schließlich auf und drehte sich langsam zu ihm um.

„Was in Gottes Namen sollte er jetzt machen? Sich tot stellen?“ Er wusste nicht, was die beste Entscheidung für ihn war, um zu überleben. Ein kurzer Augenblick verstrich in dem nichts zu passieren schien. Doch dann drehte sich das Monster schließlich vollständig zu ihm um. Es erblickte ihn und ohne weitere Verzögerung kam es langsam auf ihn zu und machte dabei so gut wie kein Laut. Von Furcht gefesselt, sah der junge Bauer wie die Gestalt durch das schummerige Licht auf ihn zuschritt. Schließlich geriet das Gesicht des Schattens in das glimmende Licht der noch leicht zündelnden Feuerstelle. Olivers Augen weiteten sich vor Entsetzen.

„Was seid ihr?“, fragte er leise. Oliver stockte der Atem und die Angst lähmte jeden einzelnen Muskelstrang in seinem Körper. Nichts vermag ihm zu helfen den Blick abzuwenden. Es war einfach zu grausam, was da Schritt für Schritt auf ihn zukam und kaum noch zwei Meter entfernt war. Die Gestalt lief etwas gebeugt, wirkte riesig groß und blickte ihn aus goldgelben Augen finster an. Blanker Hass sprühte dem jungen Bauern entgegen. Die blutverzerrte Fratze konnte man kaum als Gesicht bezeichnen. Es gab Augen, Nase und Mund, aber alles schien eine einzige Narbe zu bilden und die Haut hing teilweise in Fetzen herab oder war an mehreren Stellen verkohlt. Hier und da konnte Oliver rohes Fleisch und ein paar Knochen erkennen.

Die grausame Deformierung machte aber am Gesicht nicht Halt, sondern zog sich über den ganzen muskelbespannten Körper. Der Gestank des Todes nahm unaufhörlich zu und Oliver schüttelte sich vor Angst und Ekel. Er musste hier weg, musste der Gefahr den Rücken kehren. Ihm war sofort klar, dass er gegen diesen Gegner nichts auszurichten vermag. Wie ein gehetztes Tier suchte er fieberhaft nach einer Möglichkeit an dem Schatten vorbeizukommen und zu fliehen. Seine Augen suchten die bekannte Umgebung ab.

„Wo waren seine Brüder verdammt noch mal?“ Er schien alleine zu sein und würde von niemandem Hilfe erwarten können. Ihn erfasste ein Würgereiz, der Schädel schien ihm zu bersten und die Kälte machte ihn zusätzlich bewegungsunfähig. Mit großem Entsetzen starrte er immer noch in die scheinbar triumphierende Fratze und konnte fast schon deren Atem spüren.

Es dauerte ein paar Sekunden eher er begriff, dass er am Arm gepackt  und nach oben gerissen wurden. Der Schmerz schien unerträglich und etwas in ihm zerriss. Alles ging so leicht und schnell, so dass er nicht in der Lage war zu reagieren.  In diesem Moment klinkte er seinen Verstand völlig aus und zum richtigen Zeitpunkt schoss so viel Adrenalin durch seine Venen, dass er mit einer blitzartigen Bewegung das umklammerte Holzstück von unten nach oben, direkt in die verhasste Mörderfratze hämmerte. Sein Köper war jetzt nur noch ums eigene Überleben bemüht. Der Dämon fauchte auf und mit einem krachenden Geräusch taumelte das Wesen nach hinten zurück. Ließ den jungen Bauern los der ebenfalls auf den Boden fiel. Allerdings hatte Oliver mehr Glück, da er mit beiden Füßen auf dem Boden landete, während das Monster auf den Hintern fiel. Oliver glaubte, so etwas wie Verwirrung in dessen Augen aufblitzen zu sehen. Das war der richtige Zeitpunkt. Er öffnete seine Hand und das Holz viel auf den Boden. Dann rannte er wie ein von Angst getriebenes Tier in Richtung Tür. Kurz nach dem er über die Schwelle getreten war, stolpert er über etwas, was am Boden lag.  Krachend fiel er hin und stützte sich mit den Händen auf den schmalen Weg vor der Eingangstür ab. Kurz blickte er nach hinten. Er erkannte Magareth, die auf dem Boden lag. Am Hals klaffte eine faustgroße Wunde, aus der immer noch ein wenig Blut sickerte. Das lange blonde Haar war blutverschmiert. Die toten Augen starrten ihn flehend an und es schien so, als ob sie immer noch Schmerzen verspürte. Ihm wurde kurzzeitig schlechter und er musste erneut würgen. Verzweifelt schnappte er nach Luft und versuchte, sich wieder aufzubäumen. Oliver blickte auf den Marktplatz. Erst jetzt erkannte er die ganzen Menschen, die auf dem Boden lagen. Die lauten Kampfgeräusche und die Schreie nahm er auch jetzt erst wieder richtig wahr. Schließlich schaffte er es auf die Beine und rannte weiter. Gerade, als er den schmalen Garten passiert hatte, hörte er das wütende Brüllen seines Verfolgers. Der Schrei fuhr ihm durch die Glieder und schürte seine Angst immer mehr. Er drehte sich im Laufen um, blickte zurück und erkannte die Gestalt hinter sich, die gerade aus dem Haus trat.

„Ich muss hier weg und zwar schnell.“ Flucht war jetzt das einzige an was er denken konnte. Die Gegend absuchend hoffte er, irgendwo seine Geschwister lebend zu sehen. Doch er sah sie nicht. Eine Frau kam ihm im Gesicht blutend entgegen. Die Hände helfend nach vorne gestreckt. Sie blickte ihn angsterfüllt an. Oliver erkannte, dass sie um Hilfe flehte, doch er konnte ihr nicht helfen. Ohne die Frau weiter anzuschauen lief er an ihr vorbei.  Mit einem Satz sprang er nach vorne und wurde noch schneller. Er hörte noch ihr Flehen. Seine nackten Füße blieben immer wieder im aufgeweichten Wiesenboden stecken, so dass jeder Schritt eine unendliche Qual bedeutete. Die kalte Luft brannte in seiner Lunge und erschwerte das Laufen noch zusätzlich. Wieder drehte er sich um und erkannte erst jetzt, dass ein paar Häuser im Dorf brannten. Gestalten liefen hin und her. Die entsetzliche Angst trieb ihn immer weiter, am Brunnen vorbei, die Böschung hinab in Richtung Wald. Die Bäume waren seine einzige Chance, denn sie würden ihm Schutz bieten können. Das war jedenfalls der Plan, den er sich kurzfristig zusammengelegt hatte. Der Mond stand hoch am Himmel und tauchte die Umgebung in ein unheimliches silbriges Leuchten. Gerade als er den Hang fast vollständig hinunter gelaufen war, verlor er den Halt unter den Füßen und rutschte den restlichen Hügel auf dem Rücken hinab. Dabei schürfte er sich die Füße blutig und kam erst bei den hohen Fichten wieder zum Stehen. Seine Lunge war kaum noch imstande richtig zu funktionieren und die Muskeln brannten ungeheuerlich!

„Hiiiiiilfe?“ schrie er. Oliver konnte seinen Verfolger zwar im Moment nicht sehen, aber er wusste, dass er ganz in der Nähe war. Schnell richtete er sich wieder auf. Seine Füße schmerzten. Hektisch blickte er sich nach hinten um, dann sah er seinen Verfolger wieder. Der Schatten war verdammt schnell. Fauchend kam er näher.

„Dieses Wesen humpelte doch, oder nicht?“ Die Hoffnungslosigkeit schien ihn ein weiteres Mal zu übermannen und seine Beine sackten erneut weg.

„Weiter“, rief er sich selber zu.  Tränen trübten seinen Blick. Schließlich holte er tief Luft und rannte erneut los. An einer geeigneten Stelle zwischen zwei großen Fichten, rannte er in den Wald. Mit einem Satz verschwand Oliver zwischen den Bäumen und tauchte in die lichtarme Umgebung ein. Orientierungslos lief er so gut wie blind weiter, immer bemüht den Baumstämmen auszuweichen. In der Dunkelheit war es fast unmöglich zu erkennen wohin er lief. Aber irgendwie schaffte er es, den Bäumen so auszuweichen, dass er immer weiter rannte. Doch je schneller er lief, desto mehr hatte er das Gefühl das auch sein Verfolger beschleunigte. Sehen konnte er ihn nicht, aber er spürte, dass er ihm dicht auf den Fersen war.

Was machte er sich eigentlich vor, eine Flucht war doch gar nicht möglich. Aber der Glaube daran zu entkommen, lies ihn weiter voran hetzen. Da ein Knacken und da ein Rascheln, der ganzen Wald schien in Bewegung zu sein und sein Gefühl betrog ihn dahingehend, dass es den Eindruck machte von tausend Schatten verfolgt zu werden.  Nach ein paar Metern geriet der Flüchtige auf eine kleine Lichtung und das Licht des Mondes erhellte den Waldboden auf ein Neues.

Endlich konnten seine Augen wieder etwas erfassen. Die Hände in die Hüfte stemmend machte er eine kurze Pause und während Oliver nach Luft schnappte, schaute er sich hilfesuchend um. Es musste schnell ein gutes Versteck gefunden werden, denn sein Körper stieß langsam an seine Grenzen. Aber außer ein paar undefinierbaren Schattierungen konnte er nicht viel erkennen. Beim genaueren betrachten erfassten seine Augen eine Mulde im Boden.

„Ein Versteck?“ keuchte er.

„War es denn auch ein gutes Versteck? Ein Loch im Boden? Ein Grab? Sein Grab?“, die Zweifel vergrößerten sich.

„Nein, dort wird man mich finden.“, stammelte er mit Gewissheit vor sich hin. Oliver verwarf die Idee wieder und blickte sich um. Zurück konnte er nicht. Der Wald war die einzige Möglichkeit sich zu verstecken. Dort würde ihn der Jäger nicht so schnell erspähen. Er holte noch einmal tief Luft und rannte wieder los. Weg von der Lichtung. Nachdem er erneut Schutz unter den Bäumen gesucht hatte, war er schließlich völlig am Ende. Sein Körper verweigerte seinen Dienst und  das machte ihn wütend. Wieder hielt er an, schaute nach rechts und sah einen Ast, der seinen Weg beinahe kreuzte. Mit enormer Kraftanstrengung brach Oliver ihn ab, drehte sich um und stellte sich breitbeinig auf. Hier im Laubwald war etwas mehr Platz als bei den Fichten und er konnte mehr sehen. Oliver konnte nicht mehr. Die ewige Flucht war ihm überdrüssig geworden. Die Zeit war vorbei, wie ein Reh vor dem Wolf davon zu rennen. So oder so, es wird hier enden. Oliver war bereit, sich dem Schicksal zu stellen. Er atmete schwer und schaute dabei in alle Richtungen die vor ihm lagen. Seine Augen suchten nach jeder kleinsten Bewegung in der Dunkelheit.

„Zeigt euch…kommt schon. Hier ist noch jemand, den Ihr nicht feige ermorden könnt…“, er hielt inne, holte wieder Luft und schrie dann weiter…“im Schlaf.“  Das Atmen viel ihm schwer und er japste nur noch. Die Verwunderung über sein Handeln nahm weiter zu. Noch nie in seinem Leben war er so mutig gewesen.

Oder sollte er sagen so dumm? Die Verzweiflung warf ihn auf die Knie und er fing an zu beten. Dabei ließ er seine Umgebung nicht aus den Augen.

„Herr, beschütze mich!“, seine Stimme klang heiser und verkrampft. Plötzlich knackte es und der Dämon stand wie aus dem Nichts direkt vor ihm. Oliver weitete seine Augen und erschrak fürchterlich.  Als nächstes verlor er den Boden unter den Füßen, sodass ihm der Ast aus seiner Hand entglitt und ins Laub viel. Der junge Bauer wurde an beiden Armen gepackt und in die Höhe gehoben. Alles ging so wahnsinnig schnell, dass er nicht mehr reagieren konnte. Oliver blickte mit schmerzverzerrtem Gesicht direkt in die goldgelben Augen des Täters.

Da war das Monster wieder und grinste ihn an. Der Jäger hatte ihn ein weiteres Mal erwischt und es war jetzt Zeit für das Opfer zu sterben. Die langen Fingernägel gruben sich in das Fleisch. Die Kraft sich zu wehren verließ ihn. Der Sauerstoff presste aus seinen Lungen und Oliver wollte schreien, doch alles was er hervorbrachte war ein jämmerliches Winseln. So sollte es also mit ihm enden. Die Augen seines Peinigers glühten auf und der Dämon schien wütender den je zu sein. Schließlich hob der Angreifer ihn mit einer unmenschlichen Kraft in weiter die Luft.

Dann ließ das Monster einen Arm los und packte Oliver am Hals und drückte ihm die Kehle zu. Die Fingernägel gruben sich in seinen Hals und rissen die Haut auf. Er spürte wie das Blut seinen Hals herunter lief und genau das schien den Dämon zu erregen. Olivers rechter Arm war jetzt frei. Er ballte die Faust und schlug unkontrolliert auf das Wesen ein. Abwechselnd trat er noch mit seinen Füßen zu. So fest er nur konnte. Doch ohne Erfolg. Das Wesen wirkte wie aus Stein.

Der Schatten schien zu grinsen und das Todesspiel zu genießen. Oh Gott, der Dämon öffnete den Mund. Er wollte ihn fressen und Oliver viel bei dem Gedanken beinahe vor Angst in Ohnmacht. Aus dem Mund kam ein süßlicher, fauler Geruch und seine Zähne waren noch immer blutverschmiert von seinem letzten Opfer. Schließlich sah Oliver mit ängstlichen aufgerissenen Augen die beiden langen Eckzähne, gleich einem wilden Tier.

„Doch ein Wolf“ das Bild setzte sich in seinem Kopf fest. Schließlich schloss er vor Angst die Augen und wartete auf das, was unausweichlich schien.

Ganz unerwartet ging ein Ruck durch den ganzen Körper des Jägers. Oliver spürte, wie sich der feste Griff plötzlich lockerte. Er öffnete die Augen und starte dem Monster ins Gesicht.

            „War das Verwirrung, was er in dessen Augen sah?“. Oliver wusste es nicht. Er wehrte sich nochmal so gut er konnte, ruderte mit beiden Beinen und umfasste währenddessen die knochigen Finger, die sich um seinen Hals geschlossen hatten. Mit seiner rechten Hand zog er so kräftig, wie er nur konnte, daran.  Mühsam verbog er die einzelnen Finger, so dass er dem festen Griff allmählich entkam. Unangekündigt ließ der Jäger ihn los und Oliver knallte mit voller Wucht auf den Waldboden. Zu  seinem Pech genau auf ein Stück Wurzel, die aus dem Boden hervorragte.  Er spürte den Schmerz genau auf seiner Wirbelsäule.

„Ahhhrgggh“, stöhnte er auf. Kurzzeitig blieb ihm die Luft weg und er musste husten. Er rollte sich auf den Bauch und rappelte sich sogleich wieder auf. Mit großer Kraftanstrengung stemmte er sich auf seine Knie und griff sich dabei an den Hals. Er fühlte die Wunden, die ihm sein Jäger in den Hals gerammt hat. Dazu schmerzte sein Arm noch wie verrückt. Seine Augen erfassten eine große Fleischwunde am Oberarm. Es dauerte einige Sekunden bis er verstehen konnte, dass dies doch noch nicht das Ende war. Der junge Bauer drehte sich um und blickte auf die Gestalt vor sich, die immer noch aufrecht stand, sich aber nicht rührte.

„Was war geschehen, hatte es sich das Monster anderes überlegt? Wollte er noch ein wenig mit seiner Beute spielen?“  Allein der Glaube daran fehlte ihm in diesem Moment.

Erst jetzt hörte er das Pferdeschnauben und sah das Aufblitzen der Klinge im Mondlicht. Ein massives Schwert hatte das Ungetüm von hinten durchbohrt. Der Führer dieser außergewöhnlichen Waffe saß hoch zu Ross und schien Spaß an der Szenerie zu haben. Es dauerte ein paar Sekunden, dann zog der Reiter seine Klinge aus dem Körper des Monsters heraus und blickte dabei mit seinen dunklen Augen auf Oliver. Irgendwie hatte er das Gefühl den Reiter zu kennen. Dann, ohne jede Vorwarnung trennte der Kämpfer dem Dämon mit einem schnellen hieb den Kopf vom Rumpf ab und der Schatten brach zu einem stinkenden Haufen zusammen. Zum Entsetzen blieb dieser nicht einfach im Laub liegen. Nein etwas Absurdes und Ekelhaftes passierte. Das Fleisch löste sich von den Knochen, wie bei einem Huhn, das man lange gekocht hatte. In rasender Geschwindigkeit fielen Haut, Muskeln, Sehnen in sich zusammen, bis sich zum Schluss sogar die Knochen auflösten und zu Matsch zerfielen. Es blieb nichts weiter als eine organische Pfütze auf dem Waldboden.

„Das war unmöglich! Welcher Aberglaube war hier auferstanden?“, dachte er sich. Oliver blickte vom Waldboden zu dem Reiter hinauf. Er konnte sein Gesicht aber nicht richtig erkennen. Der Helm verdeckte es, doch das rote prangende Kreuz auf dem Wams des Mannes kam ihm irgendwie bekannt vor. Nur woher, viel ihm in diesem Moment nicht ein.

„Das war alles nicht wahr!“, kam es aus ihm heraus. War der Ritter jetzt ein Freund oder Feind? Oliver wusste es in diesem Moment nicht. Sein Gefühl sagte ihm aber, dass er fliehen sollte. Beim Anblick des blutigen Schwertes ergriff er schließlich die Flucht. Mit einem Satz drehte er sich um und lief in die entgegen gesetzte Richtung. Nach nur wenigen Metern stolperte er über eine Baumwurzel und viel erneut hin. Mit beiden Händen fing er den Sturz auf und landete im Laub. Keuchend richtete er sich wieder auf und rannte weiter, ohne sich umzudrehen. Kurze Zeit später hörte er den Ritter hinter sich. Der Schimmel war schneller, als er rennen konnte. Oliver war nicht wirklich weit gekommen, da hatte ihn sein neuer Verfolger schon im Galopp eingeholt, packte ihn mit metallischen Klauen und zog ihn bäuchlings auf das Tier. Es sah so aus, als ob Oliver kein Gewicht für den Reiter darstellen würde. Alles ging so schnell. Im halsbrecherischen Tempo ritten sie durch den Wald. Oliver war einfach mit dem Bauch über den Rücken des Pferdes geworfen worden und jeder Huf tritt stieß ihn in den Magen. Im Rücken spürte er die Hand des Reiters, der ihn fest hielt.  Oliver erkannte, dass sie eine Böschung hinauf geritten waren. Nach kurzer Zeit hielt das Pferd ruckartig an.

„Was hatte dieser Ritter nur vor? Wo waren sie?“. Es roch nach verbranntem Holz. Schemenhaft konnte er ein hohes Gebäude vor sich ausmachen, dessen Konturen ihm bekannt vorkamen.

„Das konnte nur die Kirche sein!“, schoss es ihn durch den Kopf. Der Reiter warf Oliver etwas unsanft vom Pferd. Er landete direkt vor einem Grab und viel auf den weichen Boden. Wiederholt stützte er sich auf seinen Händen ab, übergab sich kurz und blickte auf den zuvor gegessenen Kohl. Es war einfach alles zu viel für ihn und seinen Körper. Danach wischte er sich den Mund ab und stand schwankend auf. Oliver war mit den Kräften jetzt wirklich am Ende und wünschte sich nur noch, dass es bald zu Ende war. In der Zwischenzeit war der namenlose Reiter selber vom Pferd gestiegen. Als der Bauer das im Augenwinkel sah, ergriff er wieder die Flucht, aus Angst der Ritter würde ihn umbringen. Mit letzter Energie stemmte er die Tür des Gotteshauses auf und trat ein.

„Hier musste er doch Schutz finden?“ Der Innenraum des Gotteshauses lag im Halbdunkeln. Nur ein paar vereinzelt brennende Kerzen und zwei Fackeln erhellten den Raum. Verzweifelt suchte er nach einem Versteck, tastete sich durch die Holzbänke, ging zu Boden und kroch dann schließlich auf allen Vieren zwischen den Gebetsreihen hin und her. Kurz danach hörte er, wie die Tür erneut aufgestoßen wurde und der Ritter ihm folgte.

So leicht sollte es der Fremde nicht haben. Nachdem er unter den Gebetsreihen Schutz gesucht hatte und kurz zur Ruhe gekommen war, hörte er Schritte vom Eingang her kommend. Sein Verfolger war ihm dicht auf den Fersen. Er konnte aber nicht genau sagen, wo sich der Ritter befand.

Schließlich wagte er einen kurzen Blick. Langsam zog er sich an der Holzbank hoch und blickte knapp oberhalb der Rückenlehnen auf den Haupteingang.  Er sah die schattenhafte Gestalt des Ritters, der – wie es schien – ohne auf ihn zu achten  an ihm vorbei ging. Die Kerzen in der Kirche flackerten durch den Windstoß kurz auf und warfen diffuse Schatten an die Wände.  Zielstrebig ging sein Verfolger zum Altar und verneigte sich. Dann fiel er auf die Knie, nahm den Helm ab und bekreuzigte sich. Oliver legte sich so leise wie möglich wieder auf den Bauch und rollte sich auf dem kalten Steinboden unter die Holzbank. Von draußen hörte er immer noch Getöse und leidvolle Schreie. Sein Brustkorb hob und senkte sich als er den Geräuschen weiter lauschte.

  „Wusste sein Verfolger wo er war? Warum unternahm er nichts?“ Eine Weile verharrte er so. Es dauerte einen Moment, bis er wieder ermutigt war weiter zu machen. Er kroch unter den Gebetsreihen hervor und krabbelte so leise wie es ihm möglich war, auf allen Vieren die Holzbank entlang. In die Umgebung lauschend schaute Oliver sich um. Am Ende der Holzbank blickte er vorsichtig in den Mittelgang. Im schwachen Licht des Feuers erkannte er, dass der Ritter immer noch vor dem Altar kniete und betete.

 „Das ist meine Chance“, dachte er sich.  Ganz vorsichtig richtete er sich auf und auf leisen Sohlen versuchter er, sich davon zu schleichen. Langsam ging er in die Richtung der Tür.  Auf dem Boden hinterließ er blutige Fußspuren. Schließlich kam er an einer der beiden Steinsäulen an, die das Dach des Mittelschiffs trugen. Ohne dass der Ritter sich umdrehte, sagte er plötzlich:

“Wenn Ihr am Leben bleiben wollt, bleibt Ihr besser hier!“ Oliver erschrak, verlor das Gleichgewicht und taumelte dabei zur Seite gegen die Säule. Erschrocken versuchte er sich an etwas festzuklammern, damit er nicht umfiel. Er griff nach ein paar Leinen, die von der Decke hingen und die Säule schmückten. Seine Hände griffen nach dem Stoff, während er das Gleichgewicht verlor. Just in diesem Moment gab es ein Knall, der Stoff gab nach und irgendetwas stürzte ihm auf den Schädel. Den Schmerz auf den Hinterkopf nahm er schon gar nicht mehr wahr, als alles um herum in tiefer Schwärze versank.